Frauengesundheit in jedem Lebensalter: AufklÀrung, PrÀvention und moderne Gender-Medizin
Der 28. Mai, der Internationale Tag der Frauengesundheit, rĂŒckt die Gesundheit von Frauen in allen Lebensphasen in den Mittelpunkt. Expertinnen und Experten aus den KAGes-SpitĂ€lern unterstreichen dabei die zentrale Bedeutung von konsequenter Vorsorge, gestĂ€rkter Gesundheitskompetenz und geschlechtersensibler Medizin.
Die Gesundheit ist nur bedingt eine Frage des Alters und âbesonders Frauen haben je nach Lebensphase unterschiedliche gesundheitliche BedĂŒrfnisse. Entscheidend ist, dass PrĂ€vention, AufklĂ€rung und medizinische Begleitung frĂŒh beginnen und individuell angepasst erfolgenâ, betont Primaria Dr. Gunda Pristauz-Telsnigg, Leiterin der Abteilung fĂŒr Frauenheilkunde und Geburtshilfe am LKH Oststeiermark.
Bereits im Jugendalter spielen gynĂ€kologische Untersuchungen eine wichtige Rolle â weniger zur Erkennung schwerer Erkrankungen, sondern vielmehr zur AufklĂ€rung ĂŒber Zyklus, SexualitĂ€t, VerhĂŒtung, Impfungen und sexuell ĂŒbertragbare Erkrankungen. Besondere Bedeutung misst die Expertin der HPV-Impfung bei: âDie HPV-Impfung ist sicher, hochwirksam und schĂŒtzt nicht nur vor GebĂ€rmutterhalskrebs, sondern auch vor weiteren HPV-assoziierten Krebserkrankungen und deren Vorstufen. Entscheidend ist die frĂŒhzeitige AufklĂ€rung von MĂ€dchen und Bubenâ, so Pristauz-Telsnigg.
Auch beim Thema Kinderwunsch stehen Gesundheitsfaktoren wie Alter, chronische Erkrankungen, Lebensstil und Impfstatus im Fokus. âEine gute gesundheitliche Vorbereitung kann wesentlich zu einer gesunden Schwangerschaft beitragenâ, erklĂ€rt die Medizinerin.
Im mittleren Lebensalter gewinnen Vorsorge und psychische Gesundheit zunehmend an Bedeutung. Wichtige gynĂ€kologische Warnsignale von Frauen in diesem Lebensabschnitt sind jegliche BrustverĂ€nderungen wie tastbare Knoten, Einziehungen oder Dellenbildungen sowie HautverĂ€nderungen. Ebenso können ungewöhnliche Blutungen und Unterleibsschmerzen eine AbklĂ€rung notwendig machen. Besonders hĂ€ufig treten in dieser Lebensphase auch Wechselbeschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, depressive Phasen und Libidoverlust auf. Gerade in dieser Wechselphase sollte ein Augenmerk auf die psychische Gesundheit von Frauen hinsichtlich der Doppelbelastung Beruf und Familie gelegt werden um eine Ăberlastung frĂŒhzeitig zu erkennen und abfangen zu können.
âGerade in den Wechseljahren ist es wichtig, Beschwerden ernst zu nehmen und Frauen individuell zu begleiten. Das Thema ist heute glĂŒcklicherweise deutlich weniger tabuisiert als noch vor einigen Jahrenâ, so Pristauz-Telsnigg.
Gender-Medizin: Frauen ticken medizinisch oft anders
âDas biologische Geschlecht spielt in der Inneren Medizin eine wesentlich gröĂere Rolle, als man lange angenommen hat. Es gibt grundlegende Unterschiede in der Hormonregulation, Immunsystem, im Stoffwechsel, in der GefĂ€Ăbiologie und in der Verarbeitung von Medikamenten. Das hat konkrete Auswirkungen darauf, wie Erkrankungen entstehen, wie sie sich klinisch prĂ€sentieren und wie Therapien wirkenâ, verweist Prim. Dr. Martin Genger, Leiter der Abteilung fĂŒr Innere Medizin II am LKH Graz II auf die wachsende Bedeutung der Gender-Medizin. Frauen und MĂ€nner erkranken und reagieren auf Therapien teilweise unterschiedlich.
Dies zeigt sich etwa bei Autoimmunerkrankungen oder bestimmten Formen der Herzinsuffizienz, die bei Frauen hĂ€ufiger ĂŒbersehen oder spĂ€ter diagnostiziert wĂŒrden. Das âklassische Beispielâ ist wohl der Herzinfarkt, der sich bei Frauen oft mit anderen Symptomen Ă€uĂert als bei MĂ€nnern. WĂ€hrend MĂ€nner hĂ€ufig klassische Brustschmerzen verspĂŒren, klagen Frauen oft ĂŒber Atemnot, Ăbelkeit, ungewöhnliche Erschöpfung oder DruckgefĂŒhle im RĂŒcken- und Oberkörperbereich.
âFrauen- und Gender-Medizin ist kein Spezialthema, sondern ein QualitĂ€tsmerkmal moderner Medizin. Gute Medizin berĂŒcksichtigt individuelle Unterschiede und behandelt Patientinnen und Patienten nicht nach einem Einheitsprinzipâ, unterstreicht Genger.
Vorsorge und PrÀvention
Die HPV-Impfung schĂŒtzt vor GebĂ€rmutterhalskrebs sowie weiteren HPV-assoziierten Krebserkrankungen. Die Impfung wurde bereits millionenfach verabreicht, ist sicher und hoch effektiv und sollte sowohl MĂ€dchen als auch Buben nicht vorenthalten werden.
Ab dem 45. Lebensjahr werden regelmĂ€Ăige Mammographien empfohlen.
Ab dem 50. Lebensjahr gewinnt die Osteoporose-Vorsorge zunehmend an Bedeutung.
Wechseljahresbeschwerden wie Schlafstörungen, Hitzewallungen oder depressive Verstimmungen sind behandelbar und sollten offen angesprochen werden.
HÀufige bzw. oft unterschÀtzte Erkrankungen:
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind auch bei Frauen die hÀufigste Todesursache.
Frauen zeigen bei Herzinfarkten hÀufig andere Symptome als MÀnner.
Autoimmunerkrankungen treten bei Frauen deutlich hÀufiger auf.
Brustkrebs ist die hÀufigste Krebserkrankung bei Frauen.
Bilder zum Herunterladen
KAGes Unternehmenskommunikation
Telefon: +43 316 340-5577
E-Mail: unternehmenskommunikation@kages.at